Unesco

Kloster Walkenried -

Ältester Teil des UNESCO Weltkulturerbes Bergwerk Rammelsberg, Altstadt von Goslar und Oberharzer Wasserwirtschaft 

Im Westharz befindet sich eine der größten ehemaligen Montanregionen in Europa, heute UNESCO Welterbestätte Bergwerk Rammelsberg, Altstadt von Goslar und Oberharzer Wasserwirtschaft, die sich über eine Fläche von rund 200 Quadratkilometern erstreckt und einst bedeutendstes und größtes vorindustrielles Energieversorgungssystem weltweit.

Seit 2010 zählt auch die Klosteranlage Walkenried als ältester Teil zu diesem Welterbe-Ensemble. Diese ungewöhnliche Einbeziehung eines mittelalterlichen Klosters in ein Industriedenkmal hat seinen Grund:

Schon vor 800 Jahren ist das Wasser im Oberharz die entscheidende Kraftquelle der Berg- und Hüttenwerke. Im frühen 13. Jahrhundert entwickeln die Walkenrieder Mönche als bedeutende Berg- und Hüttenherren erste Systeme zur Wasserversorgung ihrer eigenen Montan- und Teichwirtschaft, die Harzer Bergleute dann über Jahrhunderte weiter ausbauen. Damit können die Walkenrieder Zisterziensermönche als „die Väter der Oberharzer Wasserwirtschaft" gelten.

Ihr Kloster ist somit die wirtschaftliche Betriebszentrale des

  • sich ab 1225 bei Seesen am Harz (Münchehof) entwickelnden Industriegebiets mit Teich- und Grabensystem (Pandelbachtal) und
  • ihrer zeitgleichen Walkenrieder Montanwirtschaft im Oberharz und am Rammelsberg.

Am Rammelsberg ist Walkenried vermutlich seit der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts mit der Realisierung moderner Wasserwirtschaftssysteme befasst; das Kloster hält dort 25 Prozent der Grubenanteile und ist gemeinsam mit der Bergstadt Goslar über zwei Jahrhunderte der bedeutendste Bergherr.

Einzigartiges Zeugnis der Walkenrieder Mönche als Rammelsberger Bergherren ist die in Gewölbetechnik ausgemauerte Radstube, das Feuergezäher Gewölbe aus dem 13. Jahrhundert, gelegen in dem Teil des Rammelsberges, der ehemals dem Kloster gehört.

Ausschlaggebend für die Aufnahme der nahezu komplett erhaltenen gotischen Klosteranlage in das UNESCO-Weltkulturerbe war nicht zuletzt auch die überragende bauliche Sonderform des nördlichen Kreuzgangflügels, dem „doppelschiffigen". Mit außergewöhnlichem künstlerischen Anspruch und Raumeindruck, mit seiner Rhythmisierung durch die Rundstützen, dabei lichtdurchflutet und geprägt durch den unverwechselbaren Hallencharakter ist er seit jeher architektonisches Alleinstellungsmerkmal und „Markenzeichen" Walkenrieds.

Heute zählen zum Welterbe-Ensemble im Harz frei zugängliche Bodendenkmale und ehemalige (Industrie-)Anlagen – von der Auerhahn-Teichkaskade über den Kaiser-Wilhelm-Schacht bei Clausthal bis zur gotischen Klosteranlage Walkenried.
Mitte 2019 wird eines von drei Welterbe-Zentren in der Trägerschaft der Stiftung Welterbe im Harz in Walkenried eröffnet werden.

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